Dienstag, 13. Oktober 2015

Hinter den Kulissen (am Beispiel des Kurzfilms „Check it out“) Teil 2

Heute also der 2.Teil meines Artikels „Hinter den Kulissen“.


Wie ich ja schon am Sonntag im  - 1.Teil - geschrieben habe, wird der Kurzfilm am Mittwoch, 14.10.2015 ab 23.15 Uhr im ersten Teil der B3 Kurzfilmnacht „Ich sehe was….“ gezeigt.

Ich habe am Sonntag auch versucht zu zeigen, wie es mir bei diesem Dreh so erging und was ich da alles erlebt habe, genauso wie die Sichtweise von Heike Koslowski eine der Hauptdarstellerinnen des Films.


Heute will ich wieder ganz andere Sichtweisen vorstellen.

Es hat mich nämlich interessiert wie der Regisseur Andreas Irnstorfer und der Produzent diesen Film erlebt haben.


Hinter den Kulissen Teil 2:



Aus der Sicht vom „Haupt“-Produzenten Steffen Rodewoldt war ich sehr neugierig, weil ich auch wissen wollte was seine gesamte Arbeit alles beinhaltet.

Daher auch meine erste Frage an Steffen, was eine Aufgabe als Produzent eigentlich bedeutet.
Steffen Rodewoldt: Der Job des Produzenten ist sehr umfangreich. Letztendlich liegt es an ihm, dass der Film, den viele Personen miteinander geplant haben, auch umgesetzt wird. Das scheitert leicht an finanziellen, organisatorischen, rechtlichen oder inhaltlichen Problemen. Der Produzent muss für jedes dieser Probleme eine Lösung finden. Im Idealfall muss das filmische Ergebnis nicht darunter leiden und alle Beteiligten sind zufrieden. Wenn man alles richtig macht, wird der Film dadurch sogar noch besser. Denn oft bekommt man einen neuen Blickwinkel auf ein Projekt, wenn man ein Problem beseitigt und entdeckt dabei Verbesserungsmöglichkeiten. Das geht natürlich nur im Team, das kann keiner alleine. 

Also man muss das Projekt natürlich vorbereiten. Am Beispiel zu „Check it out“ wollte ich wissen, welche Vorbereitungen es hier speziell waren.

Steffen Rodewoldt: Da gibt es eine ganze Menge. Zunächst muss es eine Geschichte geben, sie ist Voraussetzung für ein gutes Drehbuch, wofür man wiederum einen Autor braucht. Natürlich braucht man einen Regisseur, der sich überlegt, wie die Geschichte filmisch erzählt werden soll. Auf Grund seiner Überlegungen sucht man dann Schauspieler, Drehorte und entwickelt in Absprache mit Kostüm- und Szenenbildnern wie die Figuren bzw. Kulissen letztendlich aussehen sollen. Zusammen mit dem Kameramann wird ein visuelles Konzept ermittelt.

Der Film spielt in erster Linie am Terminal eines Flughafens. Dort ist im Normalfall durchgängig viel Betrieb. Deshalb war es zu erst ziemlich schwierig einen passenden Drehort zu finden. Echte Flughäfen konnten oder wollten uns nicht drehen lassen, andere Orte, wie bspw. die Messe München, hätte man nur mit sehr aufwändigen und teueren Großrequisiten in einen Flughafen wandeln können. Nach langer Suche haben wir den Terminal 2 des Salzburger Flughafens gefunden. Der wurde vor einigen Jahren gebaut, um an den Samstagen in der Wintersaison die ganzen Wintersporturlauber der Region an und abreisen zu lassen. Das war unser Glück, denn wir haben im Oktober gedreht und da lag noch kein Schnee.

Als wir dann endlich wussten, dass wir einen Drehort hatten, konnte es richtig losgehen. Das Team wurde zusammengestellt, die Anreise, die Unterkunft, die Technik und der Dreh organisiert. Die Schauspieler wurden gecastet und es wurde noch mal viel am Drehbuch gearbeitet.

Für mich hört sich ja die Vorbereitung zu diesen Film ziemlich Aufwendig an, war es denn am Set also während oder neben der Dreharbeiten auch so? Wie war es da bei „Check it out“ bei dir?

Steffen Rodewoldt: Ich habe viel Kaffee getrunken und geschaut, dass alle ihren Job machen können und es an nichts fehlt. Es gibt immer viel, dass noch tagesaktuell organisiert werden muss oder kurzfristige Probleme, die unverhofft auftauchen. Oft braucht man für manche Szenen länger als geplant, dann muss man in Absprache mit den verschiedenen Departments entscheiden wie man die verlorene Zeit wieder reinholen kann oder ob man evtl. irgendwo kürzt.



Interessant für mich war noch zu wissen, was er nach Abschluß der Dreharbeiten gemacht hat. Meine letzte Frage an Steffen war dann noch, welche Nacharbeiten er für diesen Film noch hatte?

Steffen Rodewoldt: Ich selber habe nach dem Dreh leider erst mal viel Abrechnungskram machen müssen. Der Regisseur hat sich währenddessen an den Schnitt gemacht. Man dreht ja jede Szene aus verschiedenen Perspektiven und es ist oft gar nicht so leicht zu entscheiden in welchem Moment man welche verwenden soll. Manche Szenen fliegen dann auch ganz aus dem Film. Im Laufe der Zeit entstehen dann verschiedene Versionen und man probiert immer wieder rum. Letztendlich hat mein eine fertigen Schnitt. Jedoch ist die Arbeit dann noch nicht vorbei. Der Ton muss aufbereitet und viele Momente zusätzlich vertont werden. Ein Komponist schreibt Musik und nimmt sie auf. Und letztendlich müssen noch die einzelnen Bilder farblich aufeinander abgestimmt werden.

Als der Film fertig war, haben wir ihn an den BR geschickt, die ihn ja in Auftrag gegeben haben und jetzt im Oktober ausstrahlen werden. Gleichzeitig haben wir ihn bei internationalen Kurzfilmfestivals eingereicht.
 
Szene aus dem Kurzfilm "Check it out" am Flughafen.



The last but not least – Mein letzter Interviewpartner war der Regisseur des Kurzfilms „Check it out“, Andreas Irnstorfer.


Für mich ist der Regisseur eigentlich die wichtigste Person am Set, weil er ja der kreative Kopf des Filmes ist und alles nach seinem Kommando geht. Also so habe ich es erlebt, dass er mir genau gesagt hat, wie ich meine Rolle spielen soll. Aber gleichzeitig hat er mir auch kurz erklärt, warum er das so sieht. Was dann natürlich für mich als Darstellerin einfacher ist, weil ich mich dann besser in die Rolle eindenken kann und wenn es mir so geht, dann geht es denn anderen Schauspielern ja auch so.

Steffen der Produzent hatte ja viele Vorbereitungsaufgaben, ich wollte von Andreas erst mal wissen, wie er sich auf seine Arbeit als Regisseur für diesen Film vorbereitet hat.



Andreas Irnstorfer: Also neben der normalen Vorbereitung die für den Film nötig ist, bereite ich mich nicht besonders vor. Oft habe ich dafür auch gar keine Zeit, weil noch so viel zu machen ist, bis es los geht. Es fällt einem immer noch was ein bevor es losgeht, woran man zuvor nicht gedacht hat oder irgendwo anders entpuppt sich ein Problem, was gelöst werden muss. Abgesehen davon, hab ich, wenn es irgendwie geht ganz gerne so einen Tag für mich, an dem ich gar nichts mache und einfach nur alles so im Kopf durchgehe, so wie Schattenboxen. Das ist wichtig für mich um den Stress der Vorbereitung hinter mir zu lassen und um mich auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren. Ich glaube das ist so das wichtigste, entspannt sein, seine Mitte finden, denn in der Ruhe liegt die Kraft und so :) Im Idealfall ist alles soweit geplant und meine Crew um mich auch so gut aufgestellt und vorbereitet, dass ich mir diesen Tag vorm Dreh gönnen kann. 

Bei Check it Out im Besonderen war's so, dass wir bevor es losging alle nach Salzburg gefahren sind und uns da dann am Hotel getroffen haben, da der erste Dreh gleich am Salzburger Flughafen stattfand. Da der Tag vorm Dreh ganz oft der Tag ist, an dem sich wirklich alle zum ersten Mal sehen, macht man am Abend normalerweise ein Warmup, so was wie einen Umtrunk, an dem man Worte ans Team richtet und sich die einzelnen Gewerke die miteinander zu tun haben werden, die letzten Absprachen treffen. Da die einzige Gastronomie in der Nähe des Hotels so ein Bowling / Billard Laden war, haben wir das da gemacht und waren eigentlich danach jeden Abend die ganze restliche Woche da. Hat sehr viel Spaß gemacht!





Für mich ist, wie gesagt der Regisseur der Kreativer Kopf des Films, war für dich der Film anstrengend oder warst du mit deinen Schauspielern zufrieden?



Andreas Irnstorfer: Klar ist jeder Film anstrengend, aber das lag jetzt nicht an den Schauspielern! Ganz im Gegenteil, wenn man endlich nach der ganzen Vorbereitung zusammen am Set steht und zusammen mit den Schauspielern und allen anderen Gewerken die geschriebenen Worte im Drehbuch zum Leben erweckt, dann ist das für mich manchmal so, als ob man einem wunderbaren Orchester zuhört oder sich einfach über den reibungslosen Ablauf einer mechanischen Uhr erfreut. Wie so ganz viele kleine Zahnräder, die alle ineinander greifen und es läuft einfach. Bei Check it out gab's klar, wie überall anders auch, Tage an denen es nicht so flüssig lief. Da hatten wir zB Wartezeiten als wir die Explosionsszene gedreht haben, da die Druckluftmaschine nicht so gelaufen ist, wie geplant, aber so was passiert immer. Wenn man ein starkes Team hinter sich hat, so wie ich das hatte, dann gleicht man das anderweitig irgendwie aus. Für mich ist das wichtigste, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Als Regisseur überträgt sich Deine Stimmung immer ganz schnell auf Andere, evtl. - und das im schlimmsten Fall - auch auf die Schauspieler und dann finde ich, wird's schwierig da wieder rauszukommen. Und unentspannt zu sein, mag ich gar nicht =)



Als letztes wollte ich noch von Andreas wissen, was es so an neuen Projekte bei ihm gibt.



Andreas Irnstorfer: Nach Check it Out hab ich erstmal Werbung und Fernsehen gemacht. Der Spot "Mach die Isar nicht zu Deinem Tatort" von "Deine Isar eV" der sich für den Erhalt der Isar einsetzt, der aktuell in den Münchner Kinos und im Internet zu sehen ist zB. und gerade plane ich in drei Wochen meinen nächsten Kurzfilm zu drehen. Da geht es um eine Schülerin, die nicht mehr zwischen Computerspiel und Realität unterscheiden kann. Ein Psychothriller mit Fantastischen Elementen. Der Film wird "A life in 8bit" heißen und wird hoffentlich nächsten Sommer fertig sein. 





Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick „Hinter den Kulissen“ eines Films zeigen.


Für mich war es einfach nur eine schöne neue Erfahrung.



Eure Junior-Bloggerin Livia






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