Mittwoch, 4. November 2015

Mein Interview mit dem bayrischen Kabarettisten Helmut Schleich

Heute möchte ich einen der erfolgreichsten und bekanntesten bayrischen Kabarettisten und Verwandlungskünstler vorstellen
 – Helmut Schleich



Bekannt wurde Helmut Schleich u.a. durch seine Rollen in der bayrischen Serie „Spezlwirtschaft“ oder mit Auftritten bei „Ottis Schlachthof“ oder „Grünwalds Freitagscomedy“ aber besonders durch seine Sendung „Schleich TV“ (einmal im Monat oder immer online in der Mediathek) im Bayrischen Fernsehen. Hier verwandelt er sich immer in andere Personen wie z.B. als Franz Josef Strauß, König Ludwig II, Angela Merkel oder dem Türkischen Präsident Erdogan.



Ich habe Helmut Schleich interviewt und habe ihn auch bei seiner Aufzeichnung von

„Schleich TV“ besucht und hier ist nun das Interview zu lesen.





Du parodierst da ja oft verschiedene bekannte Menschen. Daher meine erste Frage, was dauert eigentlich länger, die Maske oder das Schreiben der Texte dazu?

Helmut Schleich: Gute Frage. Kommt drauf an. Manchmal ist das Thema so groß und es gibt so viel dazu zu sagen, dass der Text in der Tat schneller fertig ist als die Maske.
Es gibt aber auf der anderen Seite auch Masken, die hat’s in drei Minuten. Strauß zum Beispiel oder früher Ottfried Fischer. Da ist es in jedem Fall anders rum.

Siehst du dich eher als Bayrischen Comedien oder als Kabarettist?
Helmut Schleich: Da muss ich jetzt erst mal die Begriffe klären. Auch wenn ich früher öfter mal bei Grünwald Freitagscomedy aufgetreten bin, definiere ich mich als Kabarettist und grenze mich scharf von der Comedy ab. Kabarett hatte schon immer eine klare politische und gesellschaftskritische Haltung. Das Kabarett hat in Deutschland zudem eine ganz andere – auch literarische – Tradition als Comedy, die oft nichts anderes ist als Witzeerzählerei. Nichts Schlimmes, aber nicht mein Anspruch. Günter Grünwald ist im Übrigen nach meinem Verständnis auch Kabarettist und nicht Comedian.

Kennst du denn auch andere aus der bayrischen Comedy-Szene persönlich wie zB den Mittermeier, Monika Gruber oder bist auch manchmal froh nicht jeden kennen (zu müssen) ? ;)
Helmut Schleich: Natürlich kennt man sich unter Kollegen. Aber unser Beruf ist was für Einzelkämpfer, was nicht heißt, dass man nicht auch mal ein Bier miteinander trinkt. Wenn auch nicht mit jedem …

Wer waren oder sind denn deine Vorbilder und wie kommt man immer auf diese Ideen?
Helmut Schleich: Der Schriftsteller Ernest Hemingway hat gesagt, beim Schreiben sind 10 % Inspiration und 90 % Transpiration. Auf bayrisch könnte man auch sagen: Von nix kommt nix. Die Ideen kommen einem nicht einfach so, sondern nur, wenn man sich jeden Tag mit ihnen beschäftigt. In meiner Jugend war ich ein Fan von Gerhard Polt, später habe ich immer wieder Kollegen kennen gelernt, von denen ich fasziniert war, Georg Schramm ist so ein Name. Auch mein Regisseur Rainer Pause. Aber ein direktes Vorbild habe ich nicht.

Könntest du dir auch vorstellen eine Serie wie Bulle von Tölz oder Rosenheim Cops zu machen?
Helmut Schleich: Das habe ich schon gemacht. Beim Bullen habe ich mal einen Metzger gespielt. Ansonsten bekomme ich da immer wieder Anfragen, aber meist lässt es mein Kabarett- Terminkalender nicht zu. Ich muss auch ehrlich sagen, dass mir das Drehen beim Film nicht so viel Spaß macht. Ewig lange Tage, die zu 95 % aus Warten bestehen. Außerdem will ich ja auch Schauspielern nicht ihren Job wegnehmen :-)

Hast du es auch schon mal bereut, diesen Beruf auszuüben oder ist für dich kein Beruf sondern eher deine Erfüllung?
Helmut Schleich: Das kann ich kurz machen. Bei mir kommt Beruf von Berufung. Sprich, dieser Beruf erfüllt mich total, manchmal frisst er mich fast auf!

Was sagt eigentlich deine Familie zu deinem Beruf?
Helmut Schleich: Für die ist das nicht immer toll, wenn ich so oft weg bin. Aber sie wissen auch, dass mein Beruf unser Auskommen sichert und die Zeit zuhause und in den Ferien ist dafür umso intensiver.

Wir sind ja beide Münchner, was gefällt dir eigentlich an München oder auch nicht?
Helmut Schleich: Wenn ich eine Stadt nicht ausstehen kann, dann ist das München. Mich kotzt der Größenwahn, die Eitelkeit und Rücksichtslosigkeit in dieser Stadt regelrecht an. Wenn München ein Mensch wäre, wäre es ein g’scheites A*loch. Normale Menschen werden immer stärker aus der Stadt gedrängt, während die Schnösel- und Deppendichte steigt und steigt.
Für einen Kabarettisten also ein geradezu ideales Arbeitsumfeld. Wir wollen uns ja reiben!
Privat kann ich nur sagen, ohne mein persönliches Umfeld – ich bin ja auch in München aufgewachsen – würde mich hier nichts halten. Schließlich gibt’s schöne Plätze (fast) überall.


Zum Abschluß möchte ich mich für das sehr offene und ehrliche Interview bedanken und auch für die Einladung zu derLiveaufzeichnung deiner Sendung „Schleich TV“.

Dazu möchte ich noch sagen, dass mir die Parodie zu „Do bin i dahoam“ am besten gefällt, besonders die mit König Ludwig II und Angela Merkel. 
 



I bin de Livia und des is mei Blog 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen