Sonntag, 1. Mai 2016

Jochen Stutzky - Deshalb ist Sport 1 auch für Mädels interessant

Sport1, Doppelpass
 
Der Sender Sport 1 ist jetzt nicht der typische Mädchensender aber wenn Jochen Stutzky moderiert kann der Anteil an weiblichen Zuschauern schnell steigen. 




Deshalb hab ich für meinen Mädchenblog ein Interview mit ihm ergattert um über Themen mit ihm zu sprechen, die nicht nur uns Mädchen interessieren.





Jochen Stutzky ist Moderator beim Sender Sport 1 und man kann ihn regelmäßig vor allem in der Sendung „Doppelpass“ sehen.
 


Hier also mein Interview mit Jochen Stutzky:



Wann war für dich klar Sportmoderator zu werden?
Jochen: Schon in meiner Jugend hab ich davon geträumt, Fußballkommentator zu werden. Allerdings war das gefühlt unerreichbar und eher ein ferner Traum. Außerdem bin ich in Baden-Württemberg aufgewachsen und das mit starkem Schwäbisch. Hochdeutsch war ein Fremdwort für mich :-) Daher hab ich auch zuerst eine andere berufliche Laufbahn angestrebt und in Stuttgart Fahrzeugtechnik studiert.
Als ich dann aber davon hörte, dass es an der TU München den recht neuen Studiengang "Sport, Medien und Kommunikation" gab und München ohnehin meine Traumstadt war (und bis heute ist) hab ich dann mit 22 den Schritt hierher gewagt. Glücklicherweise. Von da an war das Ziel klar. Sportreporter. Kommentator. Und dann eben nach ersten Erfahrungen vor der Kamera, das war so 2012, auch recht schnell Moderator!


Moderist du noch andere Sendungen außer die Sendung "Doppelpass"?
Jochen: Ja! Bei SPORT1 moderiere ich das täglich Fußballmagazin "Bundesliga Aktuell" im wöchentlichen Wechsel mit Oliver Schwesinger. Das läuft immer Montag bis Freitag um 18:30 Uhr. Kurioserweise war Oli ja auch beim Doppelpass mein direkter Vorgänger als Co-Moderator. Ein richtig guter Typ!


Was gefällt dir besser, eine Sendung zu moderieren oder ein interessantes Interview?
Jochen: Wie bei so vielen Dingen im Leben setze ich da auf Abwechslung. Grundsätzlich kann man das auch nur schwer vergleichen. Es gibt Sendungen, die nach einem bestimmten Schema und reibungslos ablaufen. Andere werden durch Aktualität bestimmt und zwangsweise immer wieder umgeworfen. Das ist LIVE! Das find ich geil!
Daher muss man auch bei Sendungen abstufen. Und genauso verhält es sich mit Interviews. Manche sind so geschliffen und ehrlich gesagt auch langweilig, dass man schon beim ersten Antwortsatz weiß: "Dem kann ich hundert Fragen stellen, eine knackige Message oder Überschrift kriegst Du da heute nicht...." Und dann gibt es welche, bei denen Du Dich selber oder mal die Interviewpartner überraschen kannst.... Beispielsweise hat Mario Götze nach dem Länderspiel gegen Italien Ende März von mir im Interview erfahren, dass Mehmet Scholl ihn hart kritisiert hatte. Das war mal was anderes. Das macht den Reiz aus. Mario hat gut reagiert. Ich hoffentlich auch.

Mein Interview-Highlight war ja bis jetzt das Treffen mit Kickboxweltmeisterein Marie Lang - HIER - zu sehen. 
Was würdest du bei dir als Interview-Highlight bezeichnen und warum?
Jochen: Da gibts zwei, von denen ich gerne erzähle. 

Ich sollte mal vor einigen Jahren hochrangige Trainer auf einer Tagung bei der Uefa zur Entwicklung des Fußballs befragen. Und ich hatte noch kein Interview hinter mir! Also Premiere! Nachdem die Pressemeute mich da als junges Greenhorn in einem Riesenpulk wie Wellen in einem Wellenbad hin und hergeschoben hatte und ich auch manche Trainer daher verpasst hatte, musste ich liefern. Als Alex Ferguson kam stürzte ich samt Kameramann auf ihn zu und hab ihn mit meiner Frage (die für alle anderen uninteressant war) konfrontiert. Auf englisch. Er sei ja seit 1986 Manager von Manchester United...Was sich im Weltfußball in dieser Zeit bis heute verändert habe.
Er blieb höflich stehen, sah mich an, grinste, zeigte nach oben und nuschelte leise etwas in seinem schottischen Englisch vor sich hin.
Ich entschuldigte mich, da ich nichts verstanden hatte und fragte, ob es seine Antwort wiederholen könne. Alle Journalisten um uns rum wurden leiser. Auch sie hatten kein Wort verstanden. Er holte tief Luft, lächelte und antwortete laut und in sauberem Englisch: "My hair is grey". Wir beide lachten laut und das Interview lief danach sehr gut weiter. Daraus konnte ich dann auch was Schönes machen. Der Tag war gerettet.

Das andere war Humor pur und das witzigste Interview, das ich je hatte. Mit dem Österreichischen Comedian und Stimmenimitator Alex Kristan. Ein ganz Großer! Spontan, eloquent, talentiert und einmalig!
Das muss man selber HIER mal ansehen und hören:


Wenn du dir einen Interviewpartner aussuchen könntest, wenn würdest du gerne welche Frage stellen?
Jochen: Gute Frage. Blöderweise weiß man nie, wie der Interviewpartner drauf ist und was rüberkommt. Und dazu kommt ja die Sprache. Leider spreche ich beispielsweise weder italienisch noch spanisch oder portugiesisch. Dieselbe Sprache ist beim Frage&Antwort-Spielchen entscheidend, um spontan zu reagieren und auch notfalls contra zu geben. Und aus unserem Sprachraum habe ich viele der interessantesten Sportler aufgrund meines Jobs glücklicherweise schon mal getroffen und gesprochen. Gäbe es die Sprachbarriere nicht, wäre es wohl Diego Maradona. Über sein Leben, seine Karriere, seine Skandale.

 
Warum denkst du sind manche Fußballer mehr Popstars wie Sportler. Also zum Beispiel Götze oder Ronaldo sieht man ja fast in jeder Ausgabe der Bravo. Aber auch Thomas Müller oder Manuel Neuer sind bei uns Jugendlichen sehr beliebt.
Jochen: Das kommt in meinen Augen davon, dass sie, mehr als noch vor 20 Jahren, den Jugendlichen im Alltag ständig und überall begegnen. Aufgrund unserer multimedialen Welt bekommt man andere Einblicke und mehr Zugang zu den Sportlern, als vergleichsweise zu meiner Kindheit. Auch in ihr privates Umfeld, sofern sie das in den Sozialen Medien preisgeben. Jugendlichen erscheinen die Profis als Vorbilder, ihr Leben oft als "Ideal-Leben". Daher streben sie danach. Sie denken "das will ich auch!" oder "So will ich auch sein oder leben!". Die negativen Seiten bekommt man selten mit. Aber auch die reichen und umjubelten Profis haben Sorgen und Probleme. Auch welche, die man selber nicht hat und haben möchte.


Was ist eigentlich deine tägliche Arbeit als Moderator? Ich denke mal, dass deine Arbeit vor der Kamera nicht alles ist, oder?
Jochen: Ich habe bei SPORT1 glücklicherweise von Anfang an sehr breitgefächerte Aufgabengebiete. Derzeit arbeite ich als Moderator, LIVE-Kommentator, Kommentator für Zusammenfassungen und auch als Nationalmannschaftsreporter.  Daher sind die Aufgaben schon vielfältig und unterschieden sie stark.
Aber als Moderator kommt man nicht ne halbe Stunde vor der Sendung, zieht sich um, lässt sich pudern und legt dann los. Dazu gehören schon Besprechungen, Erarbeiten von Inhalten und Ideen, Texte formulieren, Absprachen der Moderationen mit Sendungsleiter und Beitragsmachern. Vorbereiten von Fragen für eventuelle Interviews oder Schalten. Recherchieren, man muss ja wissen, von was man spricht, und und und.... 
Früher waren meine Aufgaben eher in der Sendungsgestaltung und -planung und auch das Erstellen von TV-Beiträgen. 






Zum Abschluss möchte ich mich bei Jochen für das sympathische Interview bedanken.



Jochen auf Sport 1 – da macht auch eine Fußballsendung für uns Mädels Spaß! 

 
Junior-Bloggerin Livia




1 Kommentar:

Christina hat gesagt…

Wirklich tolles Interview! :) Interessiere mich sonst eigentlich auch nie so für Sport :D


Love,
Christina ♥
cinapeh.blogspot.de

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