Sonntag, 20. November 2016

Livia fragt nach… mit SPD Generalsekretärin Katarina Barley im JBL Political Things Interview

Für meine Reihe Politikal Things habe ich diesmal die SPD Generalsekretärin Frau Katarina Barley über meine politische Jugendthemen, Girlpower (Link) sowie über die neuen Präsidenten Donald Trump und Frank-Walter Steinmeier ein paar Fragen gestellt.
Mit meiner Political Things Reihe (Link), will ich nicht nur für mich einen Überblick deutscher Politik schaffen, sondern ich möchte auch zeigen, dass für uns Jugendliche Politik auch wichtig sein kann. 
 

Als erstes wollte ich von Frau Barley wissen, was eine Generalsekretärin in einer Partei eigentlich alles macht und welche Aufgaben man dabei hat?
Frau Barley: Als Generalsekretärin bin ich für die Organisation der SPD zuständig und bin die Chefin der etwa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei uns im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Das Willy-Brandt-Haus ist unsere Parteizentrale. Ich bin für das Tagesgeschäft und den Wahlkampf verantwortlich, kümmere mich darum, dass mehr Menschen Mitglied der SPD werden und koordiniere die Zusammenarbeit innerhalb der Partei. Dabei unterstütze ich Sigmar Gabriel als Parteichef. Ich überlege mir, wie sich die SPD in Zukunft entwickeln soll, sage aber auch, welche Meinung die SPD zu einem bestimmten Thema hat bzw. welche Themen uns als Partei wichtig sind. Ich habe also sehr viele verschiedene Aufgaben; ich arbeite mit den Menschen, die für die SPD eintreten, zusammen und ich vertrete die Partei nach außen, zum Beispiel gegenüber der Presse oder anderen Parteien.

Auf meinem Blog ist Girlpower ein wichtiges Thema. Wie groß, denken Sie, ist die Chance, dass es eine weibliche Kanzlerkandidatin in der SPD geben kann? Gibt es dazu schon Diskussionen?
Frau Barley: Uns ist es schon immer wichtig gewesen, dass gleich viele Frauen und Männer bei uns arbeiten und auch wichtige Positionen innehaben, aber auch in Unternehmen und anderen Organisationen sollte das so sein. Die SPD hat 1918 mit dafür gesorgt, dass Frauen wählen und damit mitbestimmen können. Wenn sich eine Frau aus der SPD vorstellen kann, Kanzlerin zu werden und viele sie unterstützen, dann kann sie natürlich zu unserer Kanzlerkandidatin gewählt werden. Wir schauen gerade, mit welchen Themen und Forderungen wir bei der Bundestagswahl 2017 antreten. Im Frühjahr entscheiden wir dann, wer unsere Kanzlerkandidatin oder Kanzlerkandidat wird. Sigmar Gabriel hat da als Parteivorsitzender das erste Zugriffsrecht.

Eines meiner politischen Lieblingsthemen ist vor allem das Wahlrecht ab 16 Jahren. In Österreich gibt es dies schon lange und es wurde auch sehr gut aufgenommen. Wie denken Sie in der SPD darüber und gibt es eine Möglichkeit dies auch bei uns in Deutschland einzuführen?
Frau Barley: Bei Kommunal- und Landtagswahlen gibt es ja teilweise schon die Möglichkeit, ab 16 zu wählen. Bei Bundestags- und Europawahlen leider noch nicht. Die SPD ist dafür, dass man auf allen Ebenen ab 16 wählen darf. Junge Leute sollen und wollen politische Verantwortung übernehmen und wählen. Und es geht auch darum, dass gerade junge Menschen entscheiden sollen, welche Politik gemacht wird. Denn viele Themen entscheiden über die Zukunft der Jugendlichen. Es ist nur richtig, wenn sie auch mitbestimmen können.
Die Möglichkeit des Wahlrechts ab 16 gibt es auch in Deutschland, aber nicht alle Parteien sind dafür. Deshalb ist es bis jetzt noch nicht eingeführt worden. Wir setzen uns aber weiter dafür ein.

Ich finde, dass wir Jugendliche viel mehr Einfluss in der Politik haben sollten. Gerade auch was Themen über unsere Zukunft betrifft, wie Schul- und Umweltpolitik. Wie viel Einfluss haben deshalb eigentlich die Jusos, also die junge SPD in der täglichen Politik der SPD?
Frau Barley: Das passt ja gut zu deiner letzten Frage. Auf jeden Fall sollten Jugendliche mehr Einfluss haben und mitentscheiden, da es ja um ihre Zukunft geht. Die Jusos begleiten unsere Arbeit sehr kritisch, beraten uns und mischen sich ein, sie machen uns auf Themen aufmerksam, die wir vielleicht weniger im Blick haben oder die sie aus einer anderen Perspektive betrachten. Sie sitzen auch im Parteivorstand und einige, leider noch zu wenig, auch in den Parlamenten. Sie haben also einen großen Einfluss auf die SPD und ihre Arbeit. Und es ist sehr wichtig, dass wir sie haben.

Gerade viele Schüler hatten nach der Wahl kein gutes Gefühl und ich bin mir auch nicht sicher was ich darüber denken soll.Was denken Sie deshalb in der SPD darüber, was wird sich für uns in Deutschland nach der Wahl in den USA ändern?
Frau Barley: Donald Trump verbreitet Angst und Hass. Er hat für die wirklichen Probleme in den USA gar keine Lösungen. Uns ist es wichtig, dass wir weiterhin gute Beziehungen zu den USA haben und dass die Demokratie dort stark bleibt. Die Amerikanerinnen und Amerikaner müssen dafür sorgen, dass Trump ihre Gesellschaft nicht kaputt machen kann. Wir brauchen die USA als Partner. Mit einem Präsidenten Trump wird das sehr schwierig, aber für das Land und die Menschen in den USA werden wir uns auch weiter um gute Beziehungen bemühen.

Zum Schluss aber noch was Positives. Sind sie in der SPD sehr stolz, dass der nächste Bundespräsident Herr Steinmeier wird? Wissen sie zufällig wie er reagiert hat, als er es erfahren hat? 
Frau Barley: Ich bin mir sicher, Frank-Walter Steinmeier wird ein großartiger Bundespräsident. Er ist erfahren, besonnen und findet die richtigen Worte, auch bei schwierigen Themen. Das sind die allerbesten Voraussetzungen. Herr Steinmeier hat sich in seiner ersten Reaktion für das Vertrauen, das so viele Menschen in ihn legen, bedankt und gesagt, wie schön er das findet. Gleichzeitig hat er aber auch klar gemacht, dass ein so wichtiges Amt auch eine große Verantwortung mit sich bringt.

Als ich meine Political Things Reihe begonnen habe, war ich mir nicht sicher ob es Politiker gibt, die Fragen einer jungen Bloggerin beantworten. Aber wer meine Reihe kennt weiß, dass diese Unsicherheit unbegründet war. Mein Einblick für die, für mich wichtigen politischen Jugendthemen, wird immer größer und genau das war auch das Ziel meiner Reihe. Gerade die Politiker die ich bis jetzt kennenlernen durfte sind alle netter als einige vielleicht denken. 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen