Samstag, 15. April 2017

Gastartikel: Zum Thema Wahlrecht ab 16 Jahren von der 15-Jährigen Bloggerin Charlotte


Ich habe ja schön öfter über das Thema „Wählen ab 16“ geschrieben weil das Thema für uns Jugendliche schon eine Rolle spielt und deswegen wollte ich mal von einer anderen Bloggerin in meinem Alter wissen, was ihre Meinung dazu ist.
Mich freut es daher total, dass Charlotte aus Sachsen-Anhalt den Gastartikel dazu geschrieben hat. In ihrem Blog „frischgelesen.de“ schreibt sie über ähnliche Themen wie ich und ticken daher auch auf der gleichen Wellenlänge.😊

Ok, also hier der Gastartikel von Charlotte:


Normalerweise gibt es auf meinem Blog „frischgelesen.de“ nicht so häufig Beiträge, die sich ausschließlich mit Politik beschäftigen. Das heißt aber natürlich nicht, dass ich mich nicht darum kümmere. Ganz im Gegenteil, mir ist das politische Geschehen schon wichtig und darum habe ich mich sehr gefreut, als Livia mich auf das Jugendwahlrecht ab 16 Jahren angesprochen hat. 

Und hier ist auch schon meine Meinung dazu:


Das Jugendwahlrecht bezieht sich ja nur auf die Kommunalwahlen und in einigen deutschen Bundesländern existiert es bereits. So auch in Sachsen-Anhalt, meinem Heimatbundesland. Leider bin ich erst 15, also kann ich hier nicht aus erster Hand beschreiben, wie es ist, als Jugendliche wählen gehen zu dürfen. Aber ein paar Wörtchen mitreden kann ich ja trotzdem, oder?
Wenn ich an meine Freunde und mein jugendliches Umfeld denke, kenne ich nicht viele, die sich tatsächlich so richtig für Politik interessieren. Wir führen eigentlich sehr selten politische Diskussionen. Okay, bei einigen Themen wird es schon mal hitzig. Ich sag nur, die Wahlen in den USA waren wirklich tagelang Gesprächsthema und sind es immer noch. Aber ansonsten kommt Politik bei Teenagern irgendwie nicht so gut an. Es liegt sicher auch daran, dass viele Themen für uns viel zu weit weg erscheinen und die meisten denken, da könnten sie doch eh nichts ändern.
Obwohl doch eigentlich die Zukunft in den Händen unserer Generation liegt, und wir auch die Früchte (ob gut oder schlecht) ernten werden...

Genau das ist für mich persönlich auch der Grund, warum ich dieses Jugendwahlrecht absolut gut finde. Klar, gibt es da die Gegenstimmen, die sagen, dass wir Teens doch gar keine Ahnung von Politik und den Konsequenzen unserer Entscheidungen hätten. Aber woher sollen wir es denn später wissen, wenn wir bis dahin nie die Möglichkeit gehabt haben, auch mal etwas zu entscheiden oder der Politik ein Stückchen näher zu kommen?
Ich finde hier sollten Jugendliche viel mehr informiert und politisch gebildet werden. In der Schule beschäftigen wir uns ständig mit Themen der Vergangenheit, wie wäre es denn mal mit unserer Zukunft? Warum gibt es kein Fach, dass uns die Aspekte politischer Entscheidungen näher bringt?
Auch wenn uns das nicht immer bewusst ist, im Alltag begegnet uns oft Politik, viele alltägliche Dinge haben politische Hintergründe. Allein schon der Schulalltag, oder das Vorhandensein von öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern, Jugendclubs, Vereinen hängt oft von politischen Entscheidungen ab.

Da fällt mir auch gleich ein Beispiel aus meiner Schule ein: Als ich in unserem Schultheaterstück saß, richtete unsere Deutschlehrerin noch ein paar Worte an das Publikum. Sie erklärte, dass die Arbeitsgemeinschaftszeit für sämtliche außerschulischen Aktivitäten stark gekürzt oder teilweise auch gestrichen worden war. Es fehlen die finanziellen Mittel dafür. Ist das wirklich so, oder sind die Gelder einfach falsch verteilt? Da wäre schon mal meine erste Frage an einen verantwortlichen Politiker. Und an diesem Punkt würde mich dann natürlich ein Politiker überzeugen, der sich für Schulen engagiert. Der aktiv nach Möglichkeiten sucht, damit sich die Schule wieder AGs und Clubs leisten kann.
Denn wir sind doch die Zukunft, oder? Wird uns doch ständig gesagt! Und was soll aus diesen Zukunftsträgern werden, wenn sie nichts Vernünftiges tun können. Wenn es keine Theaterclubs, schulische Sportvereine oder Schulorchester mehr gibt?

Das heißt für mich, dass wir uns mit den Parteien und ihren Programmen auseinander setzen und genau recherchieren müssen. Dann wählt man nicht den Politiker, der den coolsten Instagram-Account hat, oder die Politikerin, die immer die schicksten Klamotten anhat, sondern wir wählen die Partei, die sich um die Menschen und ihre Belange kümmert.
Bestimmt kann dann auch die Schule etwas dazu beitragen. Zum Beispiel könnte es in Zeiten der Kommunalwahlen im Unterricht eine kurze Vorstellung der verschiedenen Parteien geben, damit jeder weiß, was für Auswahlmöglichkeiten er hat. Und ich wette, dass Teens dann gleich mehr Spaß und Interesse an Politik haben, wenn sie wissen, dass sie auch etwas dazu beigetragen haben, wenn dann die Ergebnisse feststehen. Natürlich sollte Acht gegeben werden, dass die verantwortlichen Lehrer politisch neutrale Informationen spenden. Es soll kein Wahlkampf an Schulen betrieben werden.
So war es auch damals, als wir an unserer Schule eine Juniorwahl veranstaltet haben. Wir hatten Wahlkabinen, Wahlhelfer und alles, was sonst so dazu gehört. Alle Schüler, die vorher kaum etwas mit Politik zu tun hatten, waren plötzlich total begeistert und auf dem Schulhof wurde auch noch viel von den Parteien und Co. erzählt. Natürlich zählten unsere Stimmen nicht wirklich, doch trotzdem hing am Ende ein Ergebnis an dem schwarzen Brett unserer Schule und man wusste, dass man dazu beigetragen hat.

Bei der nächsten Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt bin ich dann vorraussichtlich auch dabei. Ich werde auf jeden Fall meine Stimme nutzen und mich im Vorfeld genau informieren. Politik ist wichtig, dass sollte allen früh genug klar sein. Beispiele wo es hinführt, wenn die Menschen die Politik nicht ernst nehmen, haben wir im Moment ja genug.
Lasst es uns besser machen, Leute!" Charlotte.



Kommentare:

Charli hat gesagt…

Hach, wie schön! Das ist mein allererster Gastbeitrag und der befasst sich gleich mit so einem wichtigen Thema. Ich fand deine Idee wirklich klasse!
Danke für die tolle Zusammenarbeit und ich hoffe, da wird es bei uns noch ein paar mehr in Zukunft geben. Ich bin schon am Überlegen, was für eine Art Gastbeitrag du mal auf meinem Blog schreiben könntest. ;)
Liebe Grüße,
Charli :)
https://frischgelesen.de

Junior-Bloggerin Livia hat gesagt…

@Charli - Danke für deinen sehr guten Beitrag zum Thema. Wie man auch im nächsten Post lesen kann, wird es noch ein bisschen dauern, bis wir alle mit 16 mal wählen dürfen. :) JBL

Kommentar veröffentlichen