Sonntag, 4. Juni 2017

Livia on Tour - Das Münchner Comicfestival

Spielen Comics im Smartphone-Alter überhaupt noch eine Rolle?
Die Frage ist eigentlich leicht zu beantworten. Das Comic ist noch lange nicht tot, wie ich auch auf dem Festival gesehen habe. Dort sah ich eine Menge Fans jeden Alters. Denn Comic ist nicht nur Mickey Mouse und Donald Duck, sondern das ist viel mehr und das will ich jetzt gerne zeigen.

Ich habe mir mal das Comicfestival angesehen und mich mit den zwei bekannten Comic Illustratoren Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant getroffen.
Außerdem habe ich den PENG! Comic Preisträger für das beste Online-Comic, Maxim C. Seehagen zwei Fragen über seine neue Art des Comics gestellt.



Am 25.05. - 28.05. war in München das Comicfestival in der Alten Kongresshalle, gleich gegenüber der Bavaria.

Es waren insgesamt sehr viele bekannte Comics am Start. Interessant war für mich als erstes, dass Guardians of the Galaxy in Form eines Comics der beiden Charaktere Rocket Raccoon und Groot, genau meine zwei Lieblings-Guardians vertreten waren.
Auch der Stand der Panini-Comics war gespickt von sehr bekannten Comic-Helden. Über Superman, Batman, Spiderman, X-Man, Star Wars oder auch den Simpsons war alles dabei. Sogar die Krone und Peitsche von Wonder Woman wurde ausgestellt. 



Mein Highlight war aber die Möglichkeit die zwei Macher des Comics „Gung Ho“, also Texter Benjamin von Eckartsberg und Zeichner Thomas von Kummant persönlich zu treffen um mit ihnen über ihr Comic zu sprechen. Falls jetzt jemand der Name Thomas von Kummant bekannt vorkommt, ist das schon richtig, da er auch für meinen Blog das Logo gezeichnet hat. Besonders die Kommentare -LINK- zu diesen Logo waren toll, da auch sogar zwei Boxweltmeisterinnen (Marie Lang und Christina Hammer) dazu was geschrieben haben und das hat mich natürlich schon ein bisschen stolz gemacht.

Die Gung Ho Comics finde ich wirklich außergewöhnlich gut und für mich gehören sie zu den besten Comics hier auf dem Festival. Denn die GUNG HO – Story ist so eine Art Mischung zwischen „Walking Dead“ und „The 100“ für Jugendliche.  Die moderne Geschichte ist für alle Altersklassen und für mich so etwas wie eine gezeichnete Sci-Fi-Serie.




Während ihrer Autogrammstunde habe ich mich also dann zu den beiden dazugesetzt und meine erste Frage war, wie die Zusammenarbeit der beiden bei Gung Ho überhaupt so aussieht?
Benjamin: Zusammen kann man es nicht ganz nennen. Es ist eine klare Arbeitsaufteilung, jeder hat seine eigenen Aufgaben aber trotzdem sprechen wir uns gemeinsam ab. Oft muss vielleicht noch was geändert werden, desto wichtiger ist die Absprache und ein gewisser Austausch. Ich habe Gung Ho geschrieben und entwickelt und Tommy hat die Bilder dazu gezeichnet.
Thomas: Am Anfang ist es eine Art Drehbuch und man fängt an eine Art Storyboard zu zeichnen und man entwickelt dann die Figuren und Locations.

Also schon sehr zeitaufwendig?
Benjamin und Thomas: Ja aber es ist es auch wert!!

Wie lange dauert es eigentlich bis ein Band fertig bis hin zum Druck ist?
Benjamin: Diese Frage wird häufig gestellt, nur man kann sie nicht genau beantworten, da man ja nicht mit einer Stoppuhr durch die Gegend rennt ;)
Der erste Band hat am längsten gedauert, da Tommy auch noch die ganze Welt entwickeln musste, also wie schaut der Look überhaupt aus und wie abstrakt und realistisch sollte es aussehen und diese Arbeit hatte es in sich.
Ich habe für die 5 Bände, also das sind 200 Seiten Drehbuch, insgesamt ca.11 Monate gebraucht. 2 Monate für die Charaktere und Handlungen und den Rest für die 5 Dialog Skripte.
Thomas: Also ich habe ungefähr 16 Monate pro Band gebraucht.

Wer macht von euch die Facebook Seite?
Benjamin: Also die machen klar nur wir, obwohl manchmal ein Redakteur von unserem französische Verleger „rum pfuscht“ (nett gemeint), falls wir mal einen Link oder Ähnliches vergessen haben. Und HIER gehts zu ihrer Facebookseite.

Welchen Stellenwert hatte das Comic als ihr in meinem Alter wart und was habt ihr da gerne gelesen?
Benjamin: Es wurde leider nicht gerne gesehen wenn Kinder oder Jugendliche ein Comic in der Hand hatten, da man früher sagte, dass Comics die Fantasie des Kindes nehmen. Was aber totaler Schwachsinn ist! Ich habe mir trotzdem immer wieder Comics gesucht wie zum Beispiel bei Flohmärkten und habe sie dann gelesen. Als kleineres Kind habe ich Bessy sehr gerne gelesen. Als ich dann im Teenageralter war hab ich angefangen Heavy Metal Comics zu lesen. Das sind halt Comics für Erwachsene
Thomas: Ich habe früher wenig gelesen und wenn dann hab ich Micky Maus oder Asterix und Obelix. So richtig angefangen hat es erst als ich zur Art Galerie kam und mit den Illustratoren das Comic für mich, das war so 1999, entdeckte.

Was habt ihr denn eigentlich studiert?
Benjamin: Ich habe an der Fachhochschule Comunicationsdesign studiert und habe am Anfang als Illustrator gearbeitet und fast nur gezeichnet.
Thomas: Ich habe in der Deutschen Meisterschule Modegraphik studiert.

Es war sehr spannend während einer Autogrammstunde mit den beiden zu reden. So habe ich auch das Feeling mitbekommen, das man dabei hat. Danke euch beiden nochmal für diese Möglichkeit.


Jeden Tag wurden im Comicfestival auch Zeichenkurse angeboten. Hier zeigten die großen Comiczeichner ihre Tricks und die Techniken wie sie ihre Figur zeichnen. So zeigte der YPS-Zeichner Oliver Gerke und Disney-Zeichner Ulrich Schröder sein Handwerk für alle begeisterten kleinen und großen Nachwuchskünstler.

Im Rahmen des Comicfestivals wurde auch der Münchner Comicpreis - PENG! verliehen. Preisträger in der Kategorie Bester Online-Comic war in diesem Jahr Maxim C.Seehagen (17) für sein Herrmann Comix
Alle Preisträger sind auch HIER nachzulesen.

Ich habe deswegen auch Maxim über sein witziges Comic zwei Fragen gestellt, um ihn als Zeichner und auch sein Comic vorzustellen. Als erstes Glückwünsche zum Comic-Preis, echt cool. Also, was ist für dich der größte Unterschied zwischen einem normalen Comic und einem Online-Comic, also wo siehst du hier deinen Vorteil?
Maxim: Erst mal danke für den Glückwunsch, bin selber immer noch total geflashed, dass ich den Preis gewonnen habe. Der PENG! Preis ist ne Riesenehre für mich!
Ich habe mir zu dem Thema neulich ein Buch gekauft und würde dir da jetzt gern eine total schlau formulierte Antwort drauf geben… Aber ich habe es noch nicht gelesen.
Der offensichtlichste Unterschied ist natürlich die digitale Veröffentlichung, die dem Online-Comic viele Vorteile gegenüber gedruckten Comics verschafft. In einem Online-Comic kann man wesentlich tagesaktueller arbeiten als im Print. Ich hatte zum Beispiel vor ein paar Wochen eine Gag-Idee, nachdem ich das musikalische Meisterwerk „Wap Bap“ von BibisBeautyPalace gehört habe. Die habe ich dann sofort gezeichnet (Bild links unten) und online gestellt und die Resonanz darauf war klasse. Sowas ist halt nur im Internet möglich. Hätte ich den Cartoon irgendwo in gedruckter Form veröffentlicht, hätte das zum einen wesentlich länger gedauert, zum anderen würde ihn nach ein paar Monaten wahrscheinlich kaum noch jemand verstehen. Darum mag ich diese Art der Veröffentlichung sehr gerne, weil man sofort Feedback auf seine Ideen bekommt. Aber es ist natürlich auch echt cool, sich sein eigenes Buch ins Regal zu stellen.  

Gibt es zur Idee deiner Comic-Figur "Herrmann" eine Geschichte?
Maxim: Ich habe den ersten Comicstrip mit Herrmann 2012 gezeichnet. Damals war ich 12 Jahre und hatte aus irgendeinem Grund den Drang, eine Comicserie zu starten (ich habe Garfield geliebt!). Ich brauchte also eine Hauptfigur. Nach etwas Herumskizzieren kam ich auf diesen Typen mit der langen Nase und der Glatze. Irgendwie fand ich, dass er wie ein Herrmann aussah und darum habe ich ihn so getauft. (Unspektakuläre Story, ich weiß. :D) Dass ich die Serie fünf Jahre später immer noch zeichne, damit hätte ich nie gerechnet! Hätte ich das gewusst, hätte ich mir vielleicht etwas mehr Gedanken über den Namen gemacht… 

Die Idee zu seiner Comic-Figur mag vielleicht unspektakulär klingen aber das heißt ja nicht, dass es deswegen weniger genial ist. Ich glaube die Verleihung des Preises gibt ihm ja recht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bald sehr viel mehr von seinen Comics sehen wird, vielleicht auch auf meinem Blog.
Mehr von den wirklich total witzigen Herrmann Comix gibt’s auch HIER zu sehen



Ein weiterer ganz besonderer Comiczeichner war in diesem Jahr auch dabei, aber leider hab ich ihn nicht hier im Comicfestival getroffen. Das hätte mich sehr gefreut, weil ich schon mal die Ehre hatte Klaus Voormann ein paar Fragen für meinen Blog -LINK- zustellen. 
Er hat das Beatles-Comic REVOLVER 50 (Bild links), also die wahre Geschichte wie er 1966 für das Album-Cover Revolver von den Beatles den Grammy bekommen hat, geschrieben. Das war zwar schade, aber trotzdem war es ein cooler Tag.






Also, wer sagt das Comic hat ausgedient, hat absolut unrecht. Das Comic lebt! Es hat sich vielleicht verändert. Wie man an den Themen und auch an den Online-Comics sieht. Aber ich hoffe, dass ich zeigen konnte, dass es das Comic immer geben wird. Und jetzt? Ich glaub ich setz mich kurz hin und lese ein gutes Comic :)



1 Kommentar:

Lara Münch hat gesagt…

Guter Einblick ind Comicwelt

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