Samstag, 22. Juli 2017

Livia trifft die Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger

Ich habe mich mit einer echten Bundestagsabgeordneten in meinem Lieblingscafé in München getroffen. Katrin Albsteiger von der CSU ist aber außerdem auch noch die stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Union. Erst einmal habe ich Katrin mit einem „Augenzwinkern“ gratuliert. Sie wurde nämlich vor kurzem im Playboy-Magazin zur 3. erotischsten Politikerin Deutschlands gewählt.
Ich war als erstes schon ein bisschen irritiert als ich über die Playboy-Wahl auf deiner Facebookseite gelesen habe. Aber dafür hat mir dein Kommentar dazu sehr gut gefallen. Aber wie fühltest du dich eigentlich dabei als du davon erfahren hast?
Katrin: Im ersten Moment verdrehte ich die Augen aber es waren natürlich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite freut man sich natürlich als „schön“ gesehen zu werden aber auf der anderen Seite will ich als junge Politikerin Inhalte vermitteln und dafür war diese Geschichte eher kontraproduktiv. Grundsätzlich aber schmunzle ich darüber und kämpfe weiter für meine politischen Inhalte.

Zum Thema Bundestagswahl. Am 24 September bist du ja auch wieder dabei und in unserem letzten Interview habe ich dich ja schon mal über das Wahlrecht ab 16 Jahren gefragt (was → HIER zu lesen wäre). Jetzt habe ich mir zu diesem Thema noch mehr Gedanken darüber gemacht und habe mich gefragt ob es nicht sinnvoll wäre ein neues Schulfach Politik ab der 5.Klasse einzuführen um die Grundlagen zu schaffen für ein neues Wahlrecht ab 16 Jahren. Was mich sehr überrascht hat dazu, war dass der 2.Bürgermeister von München Josef Schmid von der CSU bei unserem Gespräch (LINK) darüber sehr begeistert war und das ist ja in der CDU/CSU nicht selbstverständlich. Ich denke, dass man doch keinen Jugendlichen vorwerfen kann, keine Ahnung von Politik zu haben, wenn es ihnen keiner erklärt? Meinst du, dass ein Schulfach Politik möglich wäre?
Katrin: Ja das wäre natürlich möglich. Als ich vor 17 Jahren noch selber in der Schule war, habe ich für die Einführung des Faches Informatik gekämpft und dabei sind wir oft gegen Mauern gelaufen. Das Problem das ich dahinter sehe ist eher, dass unsere Gesellschaft mittlerweile so schnelllebig geworden ist, dass wir alle 5 Jahre ein neues Fach bräuchten. Ich denke da an Medienkunde oder Ernährung weil ich damit des öfteren schon konfrontiert wurde. Wenn man jetzt ein neues Schulfach einführt, würde das aber dann auch bedeuten, dass andere Fächer gekürzt werden müssen, da sonst die Schulen natürlich an ihre zeitlichen Grenzen stoßen würden. Meine Überlegung heute wäre dahingehend deswegen, in einem Fach wie Deutsch mehr die gesellschaftlichen politischen Entwicklungen miteinzubeziehen. Ich kann zum Beispiel eine Erörterung durchaus am Beispiel einer politischen Fragestellung machen. Das wäre auch in einigen anderen Fächern wie Sport und Religion so zu integrieren und gegebenenfalls auch schon ab der 5.Klasse. Ich glaube, dass wir da im Lehrplan noch mehr den Fokus darauf legen müssen, da wäre ich sofort dabei. Aber ob man dafür gleich ein neues Fach wie Politik dazu braucht, da würde gerne erst einmal ein Fragezeichen dahinter setzen. Denn es kommt ja darauf an, was man dafür streicht. Weil wer was Neues einführen will der muss auf der anderen Seite auch was abzwacken. Und da wären dann die Klassiker bei Kunst, Religion oder Sport und hier zu kürzen bin ich auch kein Fan davon. Deshalb wäre mein Vorschlag eher politische Themen in den schon bestehenden Fächern zu integrieren.

Wäre für dich dann auch die 5.Klasse die politischen Themen in den Unterricht zu integrieren auch der richtige Zeitpunkt?
Katrin: Das kommt natürlich darauf an wie man damit anfängt und ich denke da sind Lehrer ja Experten für Didaktik also wie man Schülern was beibringt. Ich glaube daher, dass ein Fünftklässler durchaus lernen kann, dass es einen Bürgermeister und den Stadtrat oder auch einen Landrat gibt. Ebenso glaube ich nicht, dass es zu früh ist ab der 5.Klasse über Demokratie etwas zu lernen, denn hier werden auch schon Klassensprecher gewählt und das ist auch Demokratie. Oder alleine schon die Wahl welche Lektüre man liest oder wo der Schulausflug hingeht, auch da sieht man schon, dass hier demokratische Prozesse stattfinden.






Jetzt, da ich darüber schreibe, wie das Gespräch mit Katrin so war und über welche Themen wir gesprochen haben, bin ich schon ein bisschen stolz so hautnah zu erfahren welche Gedanken sich Bundestagsabgeordnete über Themen machen, dir mir sehr am Herzen liegen. Auf die Idee von Katrin das Thema Politik einfach in den Unterricht so zu integrieren wie sie es vorgeschlagen hat, darauf wäre ich so nie gekommen. Letztlich ist es einfach nur wichtig, diese Themen in der Schule zu besprechen, egal wie. Aber vor allem war es für mich auch wieder schön zu sehen, dass Politiker auch sehr sympathisch und offen sein können und ich glaube, dass man auf dem Selfie sieht, dass wir auch viel Spaß dabei hatten. Deswegen möchte ich mich zum Abschluss noch mal bei ihr bedanken und wünsche ihr deshalb zu ihrem nächsten ganz großen Projekt, nämlich zur Geburt ihres zweiten Kindes auch nur das Beste. 
 
Aber mit einem Satz den Katrin gesagt hat, möchte ich zum Schluss kommen. Ich glaube, dass wir da im Lehrplan noch mehr den Fokus darauf legen müssen, da wäre ich sofort dabei.“
Als Schülerin finde ich, wäre das schon mal ein super Anfang.

Mehr zu dem Thema: "Politik als Schulfach" HIER aus meiner Kolumne für das Münchner Samstagsblatt.  




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